UNESCO erkennt Hamburger Speicherstadt und Kontorhausviertel als Weltkulturerbe an

Das Welterbekomitee der UNESCO hat heute in Bonn dem Hamburger Antrag auf Aufnahme der „Speicherstadt und Kontorhausviertel mit Chilehaus“ in die UNESCO-Welterbeliste zugestimmt. Das Gremium aus 21 Mitgliedsstaaten erkannte den außergewöhnlichen universellen Wert des innerstädtischen Ensembles aus maritimen Lagerhauskomplexen und Bürogebäuden aus dem frühen 20. Jahrhundert an. Hamburg hat damit sein erstes Weltkulturerbe.

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Weltkulturerbe Speicherstadt Hamburg

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz: „Ich freue mich außerordentlich über diesen Erfolg! Wir Hamburgerinnen und Hamburger dürfen stolz sein auf unsere neue Welterbestätte ‚Speicherstadt und Kontorhausviertel mit Chilehaus‘. Es ist uns gelungen, das weltweit höchste Fachgremium von der nationalen wie auch internationalen Sonderstellung von Speicherstadt und Kontorhausviertel zu überzeugen. Die Besonderheit wird im Vergleich mit maritimen Lagerhauskomplexen und modernen Bürogebäuden des frühen 20. Jahrhunderts in anderen Großstädten der Welt ganz besonders deutlich. Wir sind uns der großen Ehre bewusst und nehmen nun gern die Verantwortung für den Schutz und die Vermittlung dieses Erbes wahr.“

Das Welterbekomitee begründet die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste damit, dass es sich bei Speicherstadt und Kontorhausviertel um „ein hervorragendes Beispiel“ von Gebäuden und Ensembles handelt, „die einen oder mehrere bedeutsame Abschnitte der Menschheits-Geschichte versinnbildlichen.“ Der außergewöhnliche universelle Wert der beiden monofunktionalen, aber sich ergänzenden Gebiete, kommt in der zwischen 1885 bis 1927 errichteten „Stadt aus Speichern“ mit ihrem Verbindungsnetz aus Straßen, Kanälen und Brücken sowie in der modernen Backsteinarchitektur der Bürohauskomplexe für hafenrelevante Nutzungen aus den 1920er bis 1940er Jahren zum Ausdruck.

„Die Geschichte einer Stadt und insbesondere die das Stadtbild prägende Architektur gelten weltweit als einer der bedeutendsten Reiseanlässe. Das UNESCO-Siegel als einzige international anerkannte Kulturmarke, bietet Orientierung bei der Auswahl eines Städtereisziels. Insbesondere auf Menschen aus dem skandinavischen Raum, den USA, England oder China üben historische Altstätte und architektonische Raritäten eine hohe Anziehungskraft aus. Die Auszeichnung als Weltkulturerbe ist für Hamburg ein weiterer Meilenstein, um die Wahrnehmung im In- und Ausland als bedeutende Kulturmetropole zu schärfen“ erläutert Dietrich von Albedyll, Geschäftsführer der Hamburg Tourismus GmbH und Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Marketing GmbH, die touristische Bedeutung der Anerkennung.

Die Hamburger Speicherstadt ist der weltweit größte historische Lagerhauskomplex. Sie erstreckt sich über 26 Hektar mitten im Hamburger Hafen und besteht aus 17 Gebäudekomplexen im Stil der wilhelminischen Backsteingotik mit über 300.000 Quadratmetern Lagerfläche. Ursprünglich wurden hier hinter den dicken Mauern hochwertige Güter wie Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze, Tabak und in den letzten Jahrzehnten auch Orientteppiche wohltemperiert gelagert. Neben den architektonischen Highlights machen touristische Nutzungen wie das „Hamburg Dungeon“, das Speicherstadtmuseum oder die weltweit größte Miniatureisenbahn im „Miniaturwunderland“ den Komplex schon heute zu einem der touristischen Hotspots in Hamburg. In den letzten Jahren sind trendige Büronutzungen durch Werbeagenturen, Theater, Mode-Showrooms oder gastronomische Angebote hinzugekommen.

Das gegenüberliegende Kontorhausviertel im Süden der Hamburger Altstadt hat als erstes reines Büroviertel auf dem europäischen Kontinent Architekturgeschichte geschrieben. Es entstand in den 1920er- und 1930er-Jahren unter der Ägide von Fritz Schumacher und wird insbesondere durch das Chilehaus, den Meßberg- und den Sprinkenhof geprägt. Das Chilehaus mit seiner an einen Schiffsbug erinnernden Spitze stellt die signifikanteste baukünstlerische Leistung des deutschen Backstein-Expressionismus dar, hat die Backsteinarchitektur der 1920er- und 1930er-Jahre im nördlichen Europa nachhaltig beeinflusst und gehört zudem zu den ersten Hochhäusern in Deutschland. Auf 250 mal 600 Metern dominiert hier immer noch Büronutzung, neuerdings ergänzt durch viele Restaurants und Touristenattraktionen.


Quelle: Offizielle Pressemitteilung Hamburg Tourismus GmbH
www.hamburg-tourismus.de

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