[Heike Iserlohe] Kunst im Hotel

Was erwartet ein Gast von seinem Hotel? Komfort? Mit Sicherheit! Aufmerksamen Service? Ganz gewiss! Die Möglichkeit, den Alltag für ein paar Stunden oder Tage hinter sich zu lassen und sich sinnlichen Erlebnissen zu öffnen? Warum nicht?

Insbesondere die letzte Kategorie von Hotelgästen wird Kunst im Hotel zu schätzen wissen. Kunst ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis. Aber wer von Zeit zu Zeit die Gemäldesammlung eines Museums besucht, kennt das Problem: Zu viele Besucher, zu wenig Zeit für die Bildbetrachtung, zu klein ist der Blickwinkel, den man inmitten der Menschenmenge findet.  11 Sekunden, so zeigt eine Untersuchung aus dem Jahre 2012, verbringt der Kunstbetrachter im Durchschnitt vor einem Kunstobjekt.

11 Sekunden? Angesichts der Fülle der Kunstsammlungen im Museum und der Menschenmenge, die sich an sogenannten „Museumstagen“ ─ mit freiem Eintritt und extra langen Öffnungszeiten ─ durch das Museum drängt, verständlich. Wahre Kontemplation, eine wirkliche Hinwendung zu dem betrachteten Werk, die ja das Wesen des Kunstgenusses ausmachen soll, ist so kaum möglich.

Als Gast in einem Hotel, das auch der Kunst seine Türen öffnet, sei es durch wechselnde Ausstellungen, beispielsweise im Foyer, sei es durch ein kohärentes Kunstkonzept, das sich in nahezu allen Bereichen des Hauses widerspiegelt, hat man die Möglichkeit, sich intensiver mit den präsentierten Objekten auseinanderzusetzen. Das Gemälde, die Skulptur oder die Fotokunst im Hotelzimmer wird zum Begleiter durch den Tag, und im besten Fall wirkt ihre inspirierende Ausstrahlung nach. Die Ausstellung im Eingangsbereich oder in einem der Gesellschaftsräume des Hauses steht dem Gast ganz allein zur Verfügung  oder zumindest nur einem kleinen Publikum. Hier ist die Gelegenheit, sich der Kunst einmal in Ruhe zu nähern und ihr mehr als 11 Sekunden zu widmen. 

Wie die eingangs zitierte Untersuchung zeigt, sind es nicht immer die bekannten Werke, die längere Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sondern die, die den Betrachter körperlich in den Bann schlagen. Über einen Datenhandschuh, wurden Herzfrequenz und Hautleitfähigkeit von Ausstellungsbesuchern gemessen und genau aufzeichnet, wer sich wie in der Ausstellung bewegt und vor welchen Werken er stehen bleibt. So zieht es die Besucher stärker zu denjenigen Werken hin, die sich gegen ein simples Wiedererkennen oder eine rasche Deutung sperren.

Ich denke, Kunst verlangt nach Achtsamkeit und Aufmerksamkeit. Und sie ist dort am besten aufgehoben, wo sie dem interessierten Schauenden in Ruhe und ohne große Ablenkung dargeboten wird und ihm eine Quelle der Freude und der Inspiration sein kann. Zum Beispiel im Hotel.


Kunst erleben können Sie bei Dorint in nahezu jedem unserer Hotels. Ganz expliziet möchten wir auf die Kunstausstellung im Dorint Kongresshotel Düsseldorf/Neuss hinweisen. 

Das könnte auch interessant sein...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.